Beim Laufen fliessen die Gedanken so vor sich hin und man kommt auf die unmoeglichsten Dinge, Gedanken. Wortfetzen und Bilder stroemen ins Gehirn und verlassen es wieder, man laesst sich so treiben und folgt dem Rhythmus der Fuesse. Und dann auf einmal sitzt eine Idee fest, sie hakt sich fest, andere Bilder, Ideen bleiben an ihr kleben und dann hat man aufeinmal ein ganzes Buendel.
Heute Abend und zwar in dieser Reihenfolge.
Ich bin kein Dschungeltyp. Mich zieht es nicht in tropische Dschungellaender. Ich schaue gerne mal von aussen, aber ich muss dort nicht hin. Dagegen sehne ich mich nach Landschaften, die urige Wildheit erahnenen lasse, ueber die Winde wehen und an den Haaren ziehen, karge Landstriche, rauhe Landstrichen mit ihrer oft ueberraschenden Schoenheit. Ich liebe Felsen am Meer, Taeler und Seen, alter Urwaelder der noerdlichen Hemisphaere. Skandinavien, Irland, Schottland. Ich moechte unbedingt noch mal zum Baikalsee und durch Siberien, nach Peru und Kanada. Die Gedanken springen. Und irgendwie mag ich Menschen, die wie diese Landschaften sind: augenscheinlich etwas rauh, ungepflegt und wild, doch schoen, sanfter als es oft den Anschein hat und voller sich dem ersten Anblick entziehender Ueberraschungen, Tiefe und Vielfalt. Bestaendig. Man erkennt auf was man sich einlaesst. Ich tue mich schwer mit Menschen und Landschaften, die einem Vielfalt, Suesse und Schoenheit vor Augen fuehren, aus deren Tiefen jedoch unerwartet das ungezaehmte Biest hervorspringt. Gedankensprung. Wahrscheinlich wird man in seiner Kindheit doch mehr gepraegt als man annimmt. Die Liebe des Vaters zu eben solchen Landschaften, stundenlange Spaziergaenge durch Waelder, Naturdokumentationen ueber Siberien, Taigas, Praerien, Bergketten, die Liebe der Mutter zum Meer und die Ermahnungen mit ruhigen Menschen geduldig zu sein, das der der wenige Worte sagt, oft solche aeussert, die wertvoll sind (ach waere ich doch auch so). Gedankensprung - wie man Freund wurde mit jemanden, welche Freundschaften noch immer halten und welche nicht. Gedankensprung....5km, gott bin ich fertig, Wasser.
Und dann uebernimmt wieder das Hier und Jetzt und man verlaesst die Schlaufen seines Denkens und hat ein bisschen Sehnsucht nach all diesen Orten, die noch zu entdecken sind.
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