Thursday, September 29, 2011

grundreinigung

Nun ist das ja nicht so, dass Annas Wohnung ein Saustall ist oder es immer aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, aber wenn meine Eltern zu Besuch kommen, dann findet die sogenannte Grundreinigung statt, dann koennte man die Wohnung anschliessend fremdvermieten ohne sich ueber irgendwas sorgen machen zu muessen. Alle Ecken werden bis ins tiefste Dunkel inspiziert und anschliessend gereinigt, alle Schubladen sortiert, Stunden mit Zahnbuersten Raender geschrubbt.

Dieses Jahr so muss ich sagen, waren der Mann und ich wohl sehr viel ordentlicher und gruendlicher, denn frau glaubt es kaum, es gibt nicht viel zu tun. Der einzige Ort der wirklich diesen Besuch noetig hatte, war unterm Schuhregal im Kabuff. Und deshalb hat Anna dieses Mal, damit sie vorher auch wieder in Ihren ueblichen Stress ausarten kann, sich mal so eben 30 older irish Verwandte fuer Sonntag in die Wohnung geladen. (Da hatte ich wohl einen Anfall an Wahnsinn) und versprochen diese 30 Leute auch noch zu verkoestigen. Dxmn. Die Wohnung ist zu klein, ich habe Stretsch, wie plant man fuer soviele Leute ein Menue? Es gibt Roastpepperpot aus dem Avocakochbuch, ich kann mich erinnern das reichte locker fuer 15 (damals kochte ich fuer 4) und ich verdoppele die Menge, dazu frisch gebackenes Italienstylebrot, Reis, ein/ zwei Happy Pear Salate und natuerlich deustch Kaffe und Kuchen. Was habe ich nur getan.

Und damit meine Mama sich nicht bewschwert, dass sie mir nie bei was helfen kann (und sie findet doch immer irgenwas was ich uebersehen habe, wir machen mittlerweile schon einen Sport daraus), habe ich ihr Buegelwaesche, Knoepfe zum Annaehen, Fenster zum Putzen (das grosse mit der Aussicht zum Meer) und einen Balkon zum Herbstfertig machen gelassen. Wenn sie mag, kann sie mir gerne auch wieder ein bisschen Gruen fuer den Balkon kaufen. Der Vater darf wieder die Kuechenmesser schleifen, das mag der Skypainter eh nicht so gerne.

Ausserdem werden wir morgen mal wieder durch die Berge fahren, Samstag im Johnny Foxes samt Elten einen Geburtstag feiern (so richtig schoen postkarten(kitschig)irish - dort gibt es aber lecker Seafood) und fuer Montag und Dienstag koennen wir uns spontan was ueberlegen.

Anna ist gerade wieder aufgefallen, wie herrlich sie doch wohnt, so zentral zur grossen Stadt, zwischen Bergen und Meer und mit einem Sprung im wildesten Irland. Meersicht, tolle Restaurants im Ort, Strandlaeufe, ruhige Wohnung (extra Balkon nach Westen waere noch besser) und ja auch das zaehlt fuer dieses Wochenende, alle Laeden haben Sonntags auf, falls ich gleich noch was vergesse. Ja, ich bin mal kurz fuer 30 Menschen Food kaufen?
Ob man sich Weinglaeser im Offlicence leihen kann? Ich muss noch zur Bank, Bibliothek, Post.
Das Auto muss gesaugt werden.

Und dort sagen andere, es sind doch nur die Eltern. Es sind die ELTERN.
: ) Hach, ich freu mich schon. Junge Eltern sind doch toll.

Saturday, September 24, 2011

voellegefuehl

Wenn der Bauch vom leckeren Essen so gefuellt ist, dass Frau nicht schlafen kann, dann liebaeugelt sie erstens ganz gewaltig mit der Flasche des guten Rotens, der da noch vom letzten Mittwoch uebrig ist und zweitens findet sie, dass Mann, bei dem das gute Essen den gegenteiligen Effekt hatte und der friedlich schnarcht, sich sportlich betaetigen sollte, damit das ganze nicht ansetzt. Anna schaltet jetzt mal den Computer aus und geht Mann wecken. So schlaflos alleine Sonntagmorgen, das muss ja nun nicht sein.

so ist das manchmal

Ja, so war das dann am Mittwoch morgen. Trotz allen erinnerns hatte der Mann aufgrund gewisser Dramen hier im drum herum meinen Geburtstag vergessen. Und wenn dann noch praemenstruale Hormonschuebe hinzukommen, konnte Frau sich 5000mal sagen, das das alles entschuldbar ist und dann flossen doch Traenen. Denn Geburtstag, ja das ist in Annas Leben was ganz besonderes. So ein kleines bisschen Magie.
Die vielen Glueckwuensche und wunderschoenen Geschenke und ein wirklich zerknirschter Skypainter troesteten dann ueber alles hinweg, es war ein sonniger Tag voller kleiner Ueberraschungen.

Und heute, heute war dann das Geburtstagsgeschenk dranne - ein Stadtbummeltag mit Sonnenschein, Hikingboots und Kleiderkauf, Museum of Modern Art, Dublin Contemporary und zum kroenenden Abschluss ein kaum zu ueberbietendes Abendesssen im Whitefriar Grill Dublin.

Doch zuerst zum Dublin Contemporary. Die Hauptausstellung fand in leerstehenden ehemaligen Universitaetsgebaeude inmitten der Stadt statt, es durfte fotographiert werden. Ja, die Ausstellungstuecke waren meisten interessant und doch so ein altes Gebaeude, die Spuren vergangener Zeiten noch viel interessanter.

So enstanden Fotos der Abendsonne, die durch einen Tuerschlitz auf jahrzehntealte Holzdielen fiel, Fotos von Waenden die Schatten abgebauter Regale und abgenommenener Bilder zeigen, Fenster und Flure, Licht und Abfolgen, Deckendetails und Oberlichter. What an opportunity to see this building!

Unser Abendessen im Whitefriar Grill - Dublin war einfach nur himmlisch. Vorspeise: Ruccola-Salat mit gruenen Bohnen, Pecannuessen und gegrillten Pfirsichen, Hauptgericht: zartes Kaninchen mit Lauch, Senfdressing und Kartoffelbrei, Nachtisch: Creme Brulee mit in Kirsch eingelegten Kirschen, dazu vom heutigen Skypainterlieblingsbruder: ein Valentinscocktail (jaysus that man is overly romantic), Martini Espresso und so ganz fuer mich weil einfach nur leckerm- ein Apfelholunderbluetenmartini. Apfelmartinis stehen ja eh ganz oben auf meiner Liste und dieser uebertraf sie alle.
Die Athmosphaere im Whitefriar war entspannt, das Essen ausgezeichnet, der Service super und wie gesagt, heute hatte ich einen Lieblingsschwager.

Tuesday, September 20, 2011

Anna Narzismus

Wenn Frau sagt, sie erwartet nicht, aber still und heimlich erwartet, dass Mann ihr die Sterne vom morgigen Himmel holt, dann ist das ersten mal wieder typisch Frau Anna und zweitens sieht sie den Tag morgen in Traenen enden, denn zu allem Ueberfluss sind auch noch die Tage vor den Tagen und der Bueroterminkalender brechend voll und der Mann hat bei allem trara und drumherum der letzten Tage bestimmt nicht ans Annakind gedacht, jedenfall nicht so.

Mensch, so stellt sich Anna ihren allerliebsten Jahrestag, das Annafeiern, aber nicht vor.

Sie will viele kleine suesse Ueberraschungen (sie hasst grosse Ueberraschungen).
Sie will heimiche Bluemchen, versteckte Briefchen und eine Kerze (eine reicht wirklich, die anderen ...zig braucht sie nicht)
Sie will Postkarsten und Briefe (so altmodische im Kasten).
Sie will Eis und Apfelkuchen.

Anna hat vor einem Jahr bei Facebook ihr Geburtsdatum geloescht. Sie ist jetzt wirklich gespannt.

Thursday, September 15, 2011

auf den wecker

Ich hatte ganz vergessen wie laut old fashion style Wecker sind und ziehe es ernsthaft in Betracht mich wieder vom Handy wecken zu lassen. Gott, mein Kopf. Der Vorteil: Ich war heute morgen innerhalb von Sekunden aus dem Bett, da ich das dumme Teil vor Schreck mit der Hand vom Nachtisch fegte und es ein gutes Stueck ueber den Boden schlitterte. Gott seid Dank lag Teppich auf dem Fussboden. Die armen Nachbarn.

Wednesday, September 14, 2011

mit free range fings an

... und auf einmal sassen wir die letzte Stunde in der Kueche und diskutierten. Wir haben nur mal schnell gegoogelt was free-range auf der Verpackung genau bedeutet und wo der Untschied zum Oeko liegt. Es ging weiter bei oekologischer Produktion, Massentierhaltung, Freilandhaltun.

Wir lasen Artikel zur artgerechten Haltung, von Wuerde und Respekt, oekologischer Bilance usw.
Es gab Artikel, die beschrieben, dass Massentierhaltung im Gesamten betrachtet oekologischer ist als extensive Tierhaldung. Wir sprachen ueber Medizin, ueber gehobene Lebenserwartung, das Wachsen der Menschheit, ueber Sterbenlassen, am Lebenerhalten, Wuerde.

Wie kann jemand nur Philosoph werden?
Oder immer und staendig ueber solche Dinge nachdenken?
Mir tut der Kopf weh.
Wir haben Freunde, die sind aus Prinzip eingefleischte Vegetarier. Schon oft haben wir mit ihnen die Vor-und Nachteile einer vegetarischen Ernaehrung besprochen, (mal ganz abgesehen von gesundheitlichen Aspekten, ueber die wir nie dabei nie reden,) wobei auch nicht aussen vorgelassen wurde, dass auch Sojafelder Regenwaelder vertreiben.

Ich denke, das Problem liegt wie immer in der Balance. Wir sind von natur aus Allesfresser, aber seit wann steht Fleisch den Menschen taeglich zur Verfuegung? The Twins meinten im Kurs: Think about how your great grand parents were eating, we should find back to this natural food intake.
Ich habe versucht mich zu erinnern: Uroma und Opa hatten einen Bauernhof, dort gab es immer genuegend, aber Fleisch gab es nur 2mal die Woche, allerdings fast jeden Abend Wurst oder Kaese. Zusatzstoffe gab es nicht. 2-3 Mahlzeiten am Tag, die fuer die schwere Arbeit auf dem Bauerhof angemessen aber nicht ueberportioniert waren. Zwischendurch gab es hoechtens mal Obst oder Gemuese. Uroma und Opa waren gesund und schlank, aber von der vielen harten Arbeit gebeugt. Sehr alt sind sie nicht geworden.

weitere Gedanken:
Fing das Problem damit an, wenn Lebensmittel fuer Gewinn verkauft werden und nicht fuer den Erhalt der Gemeinschaft? Wenn Lebensmittel mehr als nur Lebensmittel werden und in doppelter, dreifacher Menge zu sich genommen?
Irgendwann geht der Erde einfach der Platz aus noch mehr Menschen zu ernaehren?
Sind wir nicht eine einzige Heuschreckenplage, ein Krebsgeschwuer?
Wird die Erde sich irgendwann schuetteln, uns abschuetteln?


Alles nur angerissen, so viele Gedanken zum Thema aus vielen Winkeln.
Fuer heute ists genug!

Tuesday, September 13, 2011

und da dachte frau

... das waere es gewesen, als sie damals nach 5 Jahren Studium die Hochschule mit dem Master in der Tasche verliess. Was hatte Anna die Nase voll vom Studieren, Geldmangel und Studiumort. Auf, auf ins Leben, zum Skypainter, Geld verdienen und verprassen - Leben, geniessen, anwenden, kreieren, gestalten, formen....
Tja, schon nach ein paar Jaehrchen begann sie diesen Lebensabschnitt zu vermissen. Das ungeregelte, abwechslungsreiche, harte, bunte Studiumleben, die Ungezwungenheit, die Freiheit, die nur wenig Geld in den Taschen und wenig Verantwortung gibt, die vielen lieben Freunde, die nun in allen Ecken der Welt zerstreut waren. Wie ein Schmetterling flatterte man damals von einer Bluete zur naechste, hatte leere Taschen, ein volles Herz, tausende Ideen, viele Inspirationen - dagegen liess sich der Arbeitsalltag ein bisschen wie das Leben in einem Schmetterlingkokon an - ruhiger, fast schlaefrig. Was Anna jedoch nie vermisste waren schlaflose Naechte voller Termindruck, Pruefungen und auch das teilweise stupide lernen muessen. Anna lernt lieber praktisch im Leben, zwar liesst sie viele Buecher, doch kann sie Dinge viel besser anwenden und langfristig behalten, wenn sie auf einem praktischen Hintergrund aufgebaut werden. She is a hands on woman (hat ihr die Lieblingsbaufirma heute morgen gerade gesagt- she took it as a compliment)
Anyroad (las ich gestern, fand ich witzig), ab Oktober heisst es wieder die Schulbank druecken, 2xwoechtentlich, abends und ein paar Sonntage bis zum Fruehling, dann heisst es wieder: Pruefungen. Man, man, man, wer haette das vor 7 Jahren(!) gedacht.
Irgendwie freut Sie sich auch drauf. Interessantes Studiengebiet, neue Leute, aber diese langen Abenden nach der Arbeit, die mit einer naechtlichen Zugfahrt durch tiefst dunkle kalte Stunden enden werden, diese Abende gruseln Anna doch ein bisschen.
Auf ins naechste Abenteuer - neue Abwechslung ist willkommen.

Tuesday, September 6, 2011

Dienstagsausstellung statt Montagsmaler

Ganz spontan waren wir zu einer Ausstellungseroeffnung in der Bibliothek. Malerei, Drucke, Tinte - wunderschoene Werke die Seele und Farben der irischen Landschaft einfangen. Ausschnitte, Strukturen, Wesentliches. Dazu neuere Stuecke, die deutlichen den Einfluss Galiciens erahnen lassen, der neuen Heimat der Kuenstlerin.

So gerne wuerde ich einen ganz bestimmten Druck hier in meiner Wohnung haengen haben, aber im Moment ist es nicht drinne. Aber ich habe versucht mir das Bild genauestens zu merken. Habe es ganz lange angeschaut und werde noch einmal vorbei schauen, bevor die Ausstellung weiterzieht.

Ein Streifen Licht faellt ueber nasse moosbewachsene Steine, in deren zum Teil vom Wasser glatt polierten Oberflaeche sich die Farben der umgebenen Natur spiegeln. Das Licht, eine Tuer, ein Streifen, ein Eingang, ein Weg, ein Ausweg aus der dunkleren, nassen, kuehlen Grotte - verbindet sie mit der warmen Aussenwelt voller Sonnenschein, die sich widerspiegelten in den fruehlingshaften Reflektionen.

Monday, September 5, 2011

September

Eigentlich ist mir der September ja so ein ganz lieber. Dieser, meiner Geburtsmonat, mit dieser jugentliche Geburtszahl, ewig jung, die letzte Waerme, Genuss, Fuelle, nicht mehr diese Hektik des Sommers sondern alles ein bisschen langsam.

Doch heute ist irgendwie schon November und ich habe das Beduerfniss nach Kamin, Wollsocken und heissen Whiskey. Klitschnass bin ich auf dem Nachhauseweg auch geworden.
Trotz allem sprudelt es heute aus mir raus. Ich kaue dem Skypainter ein Ohr ab, telefonierte ueber eine Stunde mit Mama, bin noch gar nicht muede und ganz aufgekratzt. Von fruehherbstlicher Ruhe keine Spur.

Wie es aussieht wird es ab Ende Oktober stressig, also waere es doch besser die Fuesse hochzulegen und noch mal eine Runde zu entspannen, aber das geht gerade nicht.

September ist auch so ein Handwerkmonat. Da bin ich nicht gerne am Schreibtisch sondern lieber in Werkstaetten und Bastelstuben. Soweit (heute ist der 5.): 2 paar gestrickte Babybootees fuer die brandneue Miniprinzessin der Freundin und schon mal eine Schuh fuer das noch unbekannte Kruemelchen der Chefin, ein abschliffener Schrank samt Voranstrich, Teppichfliesen in der Juwelierswerkstatt (fragt nicht) und diverse neue Rezepte.
Ganz unerwartet lecker: Hirse mit Pastinakenwurzel und Petersilie
Ausserdem gabs frische Franzbroetchen nach Frische Brise Rezept
und Yoghurteis mit Birnen und Holunderbluetensirup.
Gemalert wird auch noch.


Doch jetzt gibt es erst mal ein Glas Wein.


Ach da faellt mir noch was typisch dublinerisches ein: Heute morgen als ich fuer das Buero ein paar Einkaeufe erledigte, traf ich im Laden eine junge Frau im Bademantel und mit Hausschuhen, die sich ihren Morgenkaffe kaufte. Beeindruckt war ich wie immer, dass sie es zwar nicht geschafft hatte, sich eine einfache Jeans und Shirt anzuziehen, aber dafuer komplettes Make-up vorweisen konnte. Ach Dublin, du bist schon ne Marke.
(Thanks god, I don't have to live here)