Thursday, October 27, 2011

The Language of the others

Nach 'Astonishing splashes of colour' habe ich nur ein zweites Buch von Clare Morrall gelesen 'The Language of the others'.
Das Buch zeigt Jessica in 'Gegenwart' und 'Vergangenheit' in ihren Bemuehungen sich in ihrem Leben und im Umgang mit anderen Menschen zurecht zufinden, mit ihrer Familie und Freunden, deren Verhalten und Vorgehensweise sie oft befremden oder fuer sie nicht verstaendlich sind. Jessica hat Asberger Syndrom, weiss es aber nicht.

Das faszinierende fuer mich ist, das Jessica ueber die Jahre lernt, Gestiken, Reaktionen und Verhalten zu "lesen" und entsprechend zu reagieren, auch wenn sie es nicht versteht. Sie lernt eine 'andere' Sprache. Musik ist ein Schluessel fuer sie in die Welt der anderen.
Und ich denke darueber nach, wie unterschiedlich unser Verstaendis mit einzelnen Menschen ist, wie die Aussage auf gleicher Wellenlaenge sein (kindre spirit, Seelenverwandte) zu trifft. Man spricht die gleiche Sprache.
Wird man mit Menschen vertraut, befreundet, lernt man ihre Sprache. Man versteht, was sie zum Lachen bringt oder sie traurig macht, Reaktionen werden voraussehbarer oder verstaendlicher. Manche Menschen versteht man nie ganz, es ist als ob sie eine "andere Sprache" sprechen, eine andere Wahrnehmung haben, in einer anderen Welt leben.

Ich denke ueber Asberger Syndrom nach und sein weitgefaechertes Spektrum und ueber Menschen, die ich kennengelernt habe, wo ich jetzt denke, ach, das koennte es sein. Menschen, die einfach ein bisschen anders waren, ein bisschen awkward, nicht ganz in tune mit den ungeschriebenen Gesetzen menschlichen Miteinanders. Sehr direkte, ehrliche Menschen, zurueckgezogen Menschen, Menschen, die einen auf Armeslaengeabstand halten, Menschen, die sich fuer ein Thema bis ins letzte Detail begeistern koennen.

Und ich denke, das viele von uns ein bisschen Asberger in uns haben.

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