Es gibt sie noch diese Nischen der praktischen Naechstenliebe ohne viel Trara.
Ich habe fuer eine Weile meine Farmfreundin besucht und wir hatten eine schoene Zeit. Ein Feuerchen knisterte, es gab unmengen zu Essen und zu Trinken und ich wurde von vorne bis hinten verwoehnt.
Und ich durfte ein bisschen das erleben, was viele heute als laendliche Idylly missverstehen, was aber vor vielen Jahren auf dem Land selbstverstaendlich und zum Leben notwendig war. Nachbarschaftshilfe.
Es klopft an der Tuer und ein aeltere Mann steht davor, fuer die Gegend und die Jahreszeit entsprechend angezogen. Es fallen nicht viele Worte. Ich gehe mit dem Jungen und dem Hund eine Runde uebers Feld spazieren, waere meine Freundin und ihr Nachbar eine Tasse Tee trinken. Als ich wieder komme, ist der Nachbar weg, stattdessen steht ein 50kg Sack Kartoffeln an der Tuer. Nur mal eben so, weil meine Freundin sie bestimmt gebrauchen kann. Nachmittags sitzen wir strickend am Feuer und schauen mit dem Jungen einen Film. Meine Freundin strickt Socken fuer die Frau des Farmers der morgens vorbeigeschaut hat und sie erzaehlt mir, das die Nachbarn oefters vorbeischauen, ob sie etwas braucht oder nur fuer ein bisschen Schnack. Die Nachbar wissen, dass ihr Mann aus Arbeitsgruenden oft nicht da ist, und dass die Arbeit im Garten oder auf dem Feld manchmal eine Hand braucht.
Sie erzaehlt mir, wie eine Ladung Stroh am Schuppen auftaucht, fuer die Huehner, oder Holzpaletten, fuer den Ofen. Da wird nicht viel gefragt, sie wissen was benoetigt werden koennte, immer sind es nuetzliche Dinge. Im Gegenzug kocht meine Freundin Marmelade, strickt Sochen, verschenkt Gartenpflanzen, hilft mit Aemtern. Geben und Nehmen, die kleinen Bauernhoefe stricken ein Netz, das im Falle von Schwierigkeiten auffaengt. Dafuer muss man manchmal in Kauf nehmen, dass Menchen neugierig sind, aber meistens ist es aufrichtige Anteilnahme und Interesse.
Das Landleben ist viel harte Arbeit, doch die Freundlichkeit der Menschen und ihre Hilfsbereitschaft und warmen Herzen und die einfachen Ansprueche an das Leben, haben meine Freundin tief in die irische Erde verwurzelt
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